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Zwei völlig verschiedene Arten des Windhundrennsports: USA und Deutschland


U.S.A. - Deutschland - Zwei völlig verschiedene Arten des Windhundrennsports

Es ist schwierig das europäische Rennen mit den Rennen in den USA zu vergleichen. Whippetrennen begannen in den USA erst ca. 1958 und erst in den letzten 5 Jahren wurde auch den anderen Windhundrassen eine Chance gegeben ihre eigenen Clubs zu bilden, solche wie NOTRA und LGRA. Da Whippets die größte Meldezahl für beide Arten des Rennens - Geradeaus und Oval - haben, versuchen die Besitzer der anderen Rassen mehr für die Rennen zu begeistern, dennoch gibt es nur geringe Meldezahlen bei den anderen Windhundrassen. Dies wird sich hoffentlich ändern, wenn der Windhundsport ein wenig populärer wird.
Schon immer habe ich den Leistungs-Hundesport geliebt und meine ersten Hunde waren in den 70ern Afghanen. Dogshows fand ich nicht interessant aber die Rennveranstaltungen und das Jagen eroberte mein Herz. Es unvergleichlich einen Windhund rennen zu sehen, wenn er eben das tut, wofür er gezüchtet wurde. Einer meiner letzten Afghanen, Kabul, hatte nicht nur seinen Obidience Titel, er konnte auch den Coursing Titel (FCH) und den Titel "Open Field Titel of CM" - Courser of Merit - gewinnen. Nachdem Kabul gestorben war, entschloß ich mich, wieder einen Afghanen zu nehmen und begann mich nach einem Hund umzusehen, den ich rennen lassen konnte. Dies führte mich zu den "el Durani"-Afghanen und zu Werner Wirkotsch, der mir eines seiner Welpen anvertraute und der Rest ist Geschichte. Ami hat ihren "Field Champion Titel" (FCH) und ihren "Straight Racing Titel" (GRC) in nur einem Jahr erreicht. Nun hat sie noch den Titel "Oval Raceres" (ORC) beendet. In den USA bekommen die Rennhunde Punkte für die Rennen, die sie gewinnen; wenn sie die nötige Punktzahl erreicht haben, indem sie andere Hunde besiegt haben, wird ihnen der Titel verliehen.


Windhundrennen in den USA


Die Windhunde in den USA rennen zwei verschiedenen Typen von Rennen: 200 yards geradeaus und das "Oval-Racing". Die meisten Clubs haben Samstags die "Gerade" und Sonntags das "Oval". Viele dieser Hunde rennen an beiden Tagen, im Unterschied zu Europa, wo die Hunde nur an einem Tag zum Rennen eingesetzt werden. Viele Leute fahren weit und campen dann um an beiden Tagen dabei zusein. Die meisten Bahnen werden auf Schulhöfen oder in Park aufgebaut und nur wenige haben genug Platz um eine dauernde Bahn aufzubauen, sowie wir sie auf unserer Ranch "Windyglen" haben. Vor 10 Jahren hatten wir einen kleinen Tarum und wollten eine "ovale" und eine "gerade" Rennbahn aufbauen. Nun wurde der Traum schnell Wirklichkeit. Anfänglich bekamen wir Anfragen von Windhundleuten ob wir ihre Hunde trainieren können, heute haben wir eine Warteliste. Wir haben Rassen wie Afghanen, Barsois, Basenji, Pharaoh, Saluki und Sloughi betreut und sie für die Rennen auf der "Geraden" und dem "Oval" vorbereitet.
Wir züchten einige Whippetwürfe im Jahr und hatten bisher das Glück, daß diese Whippets in Rennhände gelangt sind und wir so neue Leute zum Windhundsport bringen konnten.
Die Zeitnahme wird hier nicht offiziell durchgeführt, da die Clubs keinerlei Ausrüstung dafür haben. Man benutzt lediglich die Armbanduhr um die Zeit des eigenen Hundes einzufangen. Dank Werner Wirkotsch sind wir in der glücklichen Lage und haben einen Zeitmesser. So können wir das "Straight Racing" und das "oval Racing" messen. Es ist für uns eine große Informationsquelle über die Fortschritte des Hundes. Wir lieben es die Rennzeiten auf unserer Webseite zu veröffentlichen.


Rennen auf Windyglen


Wir führen seit 10 Jahren Rennen auf unserem Gelände durch. Wir selbst haben an etwa an 5 Wochenenden Rennen, andere Clubs nutzen unsere Ranch und führen ihre eigenen Rennveranstaltungen durch. Normalerweise laufen Samstags Whippets und alle anderen Rassen die 200 yards Gerade und am Sonntag führen wir die 350 yards "oval"- Rennen durch. Seit wir eine Rennbahn haben, wurden wir dazu ausgesucht die Nationalen Veranstaltungen für Whippetrennen durchzuführen und über 150 Whippets nahmen Samstags und ca. 90 Sonntags am Rennen mit Schleppzug teil. Für den Schleppzug benutzen wir einen "Squawker" der National Greyhound Association, der aussieht wie ein Opossum mit einem Waschbärenschwanz und der sehr laut kreischt. Jedoch benutzen wir auch die normalen weißen Plastikbänder; da wir aber massenweise Kaninchen um uns herum haben, wird manchmal auch ein frisches Kaninchenfell benutzt. Einige der Rassen, die nicht so wild sind aufs rennen, werden umso schneller, wenn sie wissen, daß ein echtes Fell zu erjagen ist.
Die Scheune haben wir in ein Clubhaus verwandelt und haben einer Ergebnistafel aufgestellt, außerdem haben wir dort Lunch und BBQ's. Am Ende des Rennens werden auch Preise für die Gewinner der einzelnen Rassen vergeben. Außerdem wird der "meist anerkennenswerte" Hund gekürt, der überall mitlief aber leider letzter wurde. Alles in allem, wenn es keine C, D und B Hunde gäbe, gäbe es auch keine A-Hunde. Unsere Hunde laufen als schnellste in der Kategorie A und jede Woche werden alle Resultate der rennen zentral gesammelt um für das nächste Wochenende die neuen Kategorien festzulegen. Auf unserem Oval-Kurs können normalerweise nur 4 Hunde zusammenlaufen. Dies ist hauptsächlich aus Sicherheitsgründen, da unsere Bahnen viel kleiner sind als in Europa, aber die "Gerade"-Bahn erlaubt es 6 Hunde zusammen laufen zu lassen. Wir sind der einzige Club in den USA der einen Laser-Zeitnehmer hat und alle Hunde aufzeichnen kann. Wir hoffen, daß irgendwann in der Zukunft all Clubs die Zeit messen können. Mein Traum wäre eine Videozeitnahme, wie ich sie in Hildesheim gesehen habe.


Coursing


Eigentlich bevorzugen wir das Rennen aber es ist wichtig auch die Coursingtitel zu erreichen, da die ASFA (American Sighthound Field Association) sehr bekannt ist und seit vielen Jahren auch Rennveranstaltungen durchführt. Mein Mann ist ein ASFA-Richter und ein AKC (American Kennel Club)-Coursing Richter, aber wie gesagt bevorzugen wir das Rennen.


Mein europäischer Afghane


Mit Esira el Durani, die wir Ami rufen, ist ein Traum war geworden. Ihre Art, ihr Wesen und ihr Hetztrieb ist kombiniert mit einer Portion von verrückten Streichen. Sie hat eine Verwandtschaft mit einem Bulldozer und ist eigensinnig und stur - ein echter Afghane. Wenn ich sie ansehe, ist sie so, wie ein Afghane sein sollte (nach meiner Meinung). Kein Zweifel, ein echter Afghane. Als ich mich entschloß einen Hund aus Rennlinien zu nehmen, hatte ich erst Bedneken ob ich diesen Typ mag, ich war doch den amerikanischen Typ gewohnt; heute fühle ich mich schlecht, wenn ich sehe, daß die heutigen "Show-Afghanen" so wenig mit denen von "Gestern" zu tun haben. Sie öffnete mir die Augen für die Schönheit des alten Afghanen-Typs zu sehen. Bei einem Rennen schnappte sie sich am Ende den "Hasen", riß ihn los und rannte damit weg. Als ich sie fand - sie konnte nicht weit kommen - war sie gerade dabei ein Loch zu buddeln um ihn zu verstecken. Wir haben noch Tage darüber gelacht. Mein Mann hat seit über 30 Jahren Whippets und Salukis, seit wir Ami und Sturigs haben, mag er auch erstmals Afghanen. Vielleicht, weil sie so rennen können und dieses kontaktfreudige Wesen haben, übrigens wie bei allen Rennhunden, die ich in Europa traf.


Eindrücke vom Rennen in Europa


Rennen in Europa! Es gibt nichts vergleichbares. Alles wird für die Hunde getan, es fängt mit einem Tierarzt während des Rennens an und geht weiter mit für die Hunde hervorragend präparierten Bahnen und setzt sich mit den weichen Sandausläufen am Ziel fort. Wir haben an unserer geraden Bahn einen Sandauslauf eingerichtet mit dem wir sehr zufrieden sind. Die europäischen Rennvereine haben viele Mitglieder und die Veranstaltungen laufen reibungslos ab, vom Ablauf des Rennens auf den ständig zu unterhaltenden Bahnen bis zu den Vereinshäusern und dem Essen. Ich unterhielt mich mit einem Bahntierarzt an einem Rennen in Hildesheim und habe mich gefreut einiges über die Kontrollen vor dem Rennen zu erfahren, was bei den Hunden kontrolliert wird und das der Rennsekretär die Pässe hinsichtlich Gesundheit und Impfung vor jedem Rennen kontrolliert. Ich finde es gut, daß für jeden Hund ein Hundepaß ausgestellt wird. Es ist eine hervorragende Möglichkeit offizielle Aufzeichnungen zu haben; denn nur der Rennsekretär darf dort Eintragungen über Rennen, Coursing oder Shows vornehmen und ich hoffe, daß wir dieses System eines Tages in Amerika übernehmen werden. Schnellstmöglich übernehmen würde ich auch gerne, daß Whippets nur einmal gemessen werden (Anm. des Übersetzers: hier täuscht sich der Autor; in Deutschland müssen Whippets 2x gemessen werden) und das Ergebnis im Hundepaß eingetragen wird, denn unsere Whippets werden bei jedem Rennen gemessen.

Mein Besuch in Europa war eine Reise, an die ich mich immer erinnern werde. Ich habe so viele wundervolle Menschen mit ihren Hunden getroffen, dabei war die Sprache nie ein Hindernis, wenn es um die Hunde ging. Während der EM in Belgien kaufte ich in verschiedenen Verkaufszelten ein und feierte im großen Zelt bei hervorragendem Bier, wo ich einige neue Whippet-, Afghanen- und Barsoi-Freunde fand. Ich machte unmengen Fotos von Rennbahnen und Schlössern in Europa, die ich bis heute so vielen Leuten zeige wie ich kann. Auf meiner Webseite habe ich meiner Reise einen ganzen Abschnitt gewidmet. Es war Schade, daß mein Besuch enden musste und ich Werner und Bettina, meinen hervorragenden Gastgebern und allen Freunden die ich zurücklassen musste, auf Wiedersehen sagen musste. Ich hoffe, mehr Menschen sich darum bemühen mehr über Windhundrennen von denen zu lernen, die es schon so lange gut machen. Hätte es nicht diesen wundervollen Menschen Werner Wirkotsch gegeben, der darauf bestanden hat ihn in Europa zu besuchen um Schlösser, Rennbahnen und Rennhunde zu sehen, hätte ich niemals diese erste Flugreise meines Lebens gemacht. Es hat mich viel Überwindung gekostet zu fliegen. Alles nur wegen des kleinen roten Afghanen-Puppy Ami.

Sally Papin
WindhundWelt 1-2001


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