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Scottish Deerhounds von der Oelmühle


SCOTTISH DEERHOUNDS VON DER OELMUEHLE

Ende der 60er Jahre züchteten wir in bescheidenem Umfang Basset Hounds, eine sehr lustige, trägverspielte Rasse. Außerdem besaß Jürgen Rssner, einen sehr lieben, schwarzen, alten Pudel aus Kindertagen, der das wrdige Alter von 16 Jahren erreichte. Auf unseren alljährlichen Gartenreisen durch England besuchten wir regelmässig einige der im Sommer stattfindenden Landwirtschafts-Ausstellungen, die ein farbiges Bild von Land und Leuten vermittelten und die Vielfalt der ländlichen Viehrassen zeigten. Auch Hunde waren auf "Open" Shows vertreten. Hier sahen wir unseren ersten Deerhound, einen kräftigen Rüden, ernst-sanft blickend, mit viel Haar und einer gewaltigen Mähne. Dieses erste damals einzige Exemplar beeindruckte uns sehr, aber es blieb bei dieser Begegnung und auch die Besitzer, offensichtlich war es ein Zufallstreffer, konnten uns außer dem Rassenamen keinerlei Auskunft geben. Aber es gab ein Buch: HOW TO RAISE AND TRAIN A DEERHOUND! Uns gefiel der altertümliche Habitus dieser Rasse. Dann verwischten neue Eindrücke diese Begegnung und wir wandten uns wieder anderen Dingen zu. In Herfordshire, ganz in der Nähe einer englischen befreundeten Familie wohnten die berühmten Irish Wolfhound Züchter Jenkins (Eaglescrag). Das Weitere ist bekannt!

Auf dem Umwege über IW's begegneten wir wieder dem Deerhound. Zum Geburtstag bekam Jürgen Papenfuß die berühmte Hündin "Ch Ardkinglas Zamora", die umständehalber von unserem Freund B. Beine getrennt wurde. Wir dachten eigentlich nicht ans Züchten und so gaben wir "Zamora" an den Zwinger "Quodlibet" in Zuchtmiete. "Möhrchen" hatte schon im Zwinger "Shamrock" einen Wurf. Mit "Zamora" kam auch der Sohn "Ch Shamrock Cormac" in unseren Besitz. Beide fielen dann sofort über unsere Lieblingskatze her und zerrten an ihr, allerdings in die gleiche Richtung, so blieb sie heil. Danebenstehend folgte meine Strafe auf dem Fuße und so blieb es beim ersten Versuch. Dann freundeten sich die Arten an. Später kamen Deerhounds aus anderen Zuchtstätten hinzu:
1) Ardkinglas, GB
2) Baskerville, Deutschland
3) Bellanagare, Holland
4) Highstone, USA
5) Kilbourne,Großbritannien
6) Pitlochry's, Holland
7) Secretis, Deutschland
8) Shanid, Amerika

Es gibt nette Menschen, denen man den Umgang mit Deerhounds wünscht. Aber sie bekommen irgendwie keinen Zugang zu dieser Rasse. Alles scheint etwas umstSndlich und betulich zu sein, hier wie auch auf den Britischen Inseln. Deerhounds sind ein ganz eigenes Völkchen und ihre Züchter ebenfalls. Der Deerhound ist ganz auf den Menschen geprägt, der Züchter weniger. Und so ist der Erwerb eines Deerhounds immer etwas umständlich gewesen. Im Ausstellungswesen, besonders auf den Britischen Inseln, konnte man oft die Kriterien bei der Bewertung kaum verstehen - als gäbe es keinen Rassestandard. Persönliche oder Zwingerpräferenzen sollten hier doch keine Rolle spielen. Einen gewissen Eigensinn kann man den Deerhoundleuten nicht absprechen. Der ist vom Hund auf den Herrn übertragen. Auf einer großen Champion-Zuchtschau in Wales wurden Deerhounds als Einzige im Freien gerichtet, während sämtliche anderen Rassen sich in Zelten verkrochen. Es schüttete aus Kübeln. Deutlicher habe ich die Andersartigkeit der Deerhoundfans nie mehr erlebt! Ob sie auch Rassisten sind, weiß ich nicht, aber alle sind große Charaktere, die sich nie anpassen werden, wie ihre Rasse völlig unangepasst scheint in ihrer edlen, sanften, romantischen Rauheit. Unser Anliegen ist es, Menschen an diese wunderbaren Hunde heranzuführen, wohlwissend, dass sie nie die Popularität anderer Rassen erlangen werden. Diese Erkenntnis macht Deerhounds besonders kostbar! Dem Newcomer kann man nur raten, sein Auge und sein Gefühl zu schulen und mit dem besten Material züchterisch zu beginnen. Am besten noch einmal von vorne anfangen und sich nicht mit seinem ersten Lieblingshund auf züchterisches Glatteis zu begeben. Die Qualität, die man gemeinhin "Das Händchen" nennt, ist das richtige Rüstzeug des angehenden Züchters. Ein Talent, das überall schlummert und so selten geweckt wird.
Damals kam auch "Ch. Highstone Nutcracker" in unseren Besitz, die später im Zwinger "of Baskerville" den züchterischen Anfang machte. Sie entsprach mehr dem kräftigen, großen Deerhoundtyp, während Zamora klein und zierlich war, aber anatomisch nahezu perfekt mit einzigartigen Winkelungen und Linien. Sie besaß große Rennleidenschaften und war dabei superschnell, dass sie den "Hasen" auf der Rennbahn erwischte, wenn der Hasenzieher nicht ganz bei der Sache war. Nach ihrer Mutterschaft bei "Quodlibet" kam Zamora wieder dick und rund in Topkondition zurück. Sie erreichte das hohe Alter von 14 Jahren und einem Monat. Zu ihren Ausstellungserfolgen gehörten:Deutscher und Internationaler Champion, Europasieger, 2 x Bundessieger, 2 x Weltsieger, Österreichischer Bundessieger, etc, insgesamt über 20 Titel!

Unser erster Deerhoundwurf fiel im Oktober 1986 aus "Ch. Bedley of Baskerville" (Ch. Highstone Nutcracker x Ch Shamrock Cormac), nach "Ch. Elliot vom Welzerberg" (Amorous x Bird of the Scottish Highlands). Wie schon erwähnt, verwendeten wir Hunde aus mehreren etablierten Zwingern in der Zucht, wie "Ardklinglas", "Baskerville", "Bellanagare", "Kilbourne", "Secretis" und "Shamrock". Aus unserer amerikanischen Import-Hündin "Ch. Shanid Francesca" nach "Express von der Oelmühle", erhielten wir 1991 den I-Wurf, aus dem 4 Champions hervorgingen, die heute noch ihre Besitzer erfreuen: "Ira", "Irma la douce", "Iwana" und "I-Punkt". Mit drei Hündinnen aus dieser Reihe haben junge Zwinger ihre Zucht gegründet.
Im gleichen Jahr importierten wir aus Schottland die von "Ch. Strammwith Reason" gedeckte Hündin "Ch Ardkinglas Norma". Aus dieser Verbindung gingen vier Champions hervor: "Jeremy", "Jaques", "Joy" und "Jessy". Andere wichtige Ausstellungstitel folgten wie: Bundessieger, Europasieger, Verbandsieger, etc. Ähnlich erfolgreich war unser K-Wurf aus "Ch Kilbourene Opal" (Bsg 90, Weltsg. 91 etc) (nach "Ch Pitlochrys Cormac") - "Ch Kylemore", "Ch. Kevin", "Ch Karina" und "Ch Kala" von der Oelmühle. Aus Fritzens Anna nach "Ch. Guilliary" "Pickled Pepper" (dieser Rüde hatte am Decktag das sagenhafte Alter von 10 Jahren und die erstaunliche Wurfstärke von 19 Welpen - 11 wurden aufgezogen! Fünf dieser Welpen erreichten das Championat: Max (Ndl. Ch.), Moritz (Polen), Malte (Dt. Ch.), Mecky (Dt. & Finn. Ch.), Mabel (Dt. Ch.) Aus diesem Wurf gingen allein fünf Hunde in die Zucht. Aus dem O-Wurf "Jaques" - "Ester von der Oelmühle" gingen "Oscar" und "Odette" als Champions hervor. "Ch. Jaques" und "Pitlochry's Belle" brachten im P-Wurf die Hündin "Ch. Pleasure von der Oelmühle" hervor, die im holländischen Zwinger "Pitlorchry's" sehr erfolgreich wurde. Hier eine Aufzählung weiterer Champions national und international und Hunde, die Titel wie Bundessieger, Europasieger, Verbandsieger, etc. errungen haben: * Terence, * Urania, * Viva (Am. Ch.), * Walnut, * William, * Zatopek (Dt. DK. Schwed. Multi Ch), * Air France (Multi Ch.), * Angel face (Am. Ch.), * Cream Cracker (Am. Ch.), * Duke of Windsor, * Eagle, * Essence, * General (Am. Ch.), * Gloria, * Fassion Flame (Am. Ch.) Weitere Importe waren "Ardkinglas Eusten", "Ardkinglas Norma", "Kilbourne Opal", "Kilbourne Andrew of Oelmühle", "Kilbourne Carolina", "Kilbourne Velvet", "Kilbourne Flame", die alle Champion wurden. Unser letzter Import aus U.K. "Ch. Kilbourne Luffa of Oelmuehle" war Papenfuß's Weihnachtsgeschenk 1997. Er verbrachte seine Entwicklungsjahre bei seinem Züchter, wo er seine Ausstellungskarriere aufbaute, durch alle Klassen hindurch, von seinem Züchter oder von uns vorgeführt. Lange Zeit war er "Best Puppy". Sein erstes "CC mit BOB" erhielt "Luffa" auf der LKA99, vorgeführt von Jürgen Rösner. Weitere wichtige "CC's" wie Cruft's 2000, Bath 2000, und das letzte von fünfen, auf der Hound-show 2000, ebenfalls mit BOB von über 150 Deerhounds. Seine Ausstellungskarriere in Deutschland beinhaltet 5 CAC's, 5 CACIB's, Bundessieger, Österreichischer Bundessieger, 3 x 2. der Gruppe, 1 x Gruppensieger und 1 x BIS. Luffa ist ein würdiger Rassevertreter, ein prächtiger, stolzer Rüde mit allen Eigenschaften, die wir an der Rasse lieben und die ein langjähriger Deerhound-Enthusiast, Mr. Kenneth Cassels, ein wenig romantisch verklärt sieht und seinem Buch den Titel gab: "A Most Perfect Creature of Heaven!"


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