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Irish Wolfhounds von der Oelmühle


Irish Wolfhounds von der Oelmühle

Jürgen Papenfuß & Jürgen Rösner züchten seit siebenundzwanzig Jahren Irish Wolfhounds. WindhundWelt fragte die Züchter über die Besonderheiten der Rasse, deren Haltung und das Zuchtziel des Zwingers. Folgen Sie uns in den Kennel "Von der Oelmühle" und lesen Sie alles über eine faszinierende Rasse, was Sie in keinem Rassestandard finden; über die Beweggründe zur Zucht und die persönlichen Vorstellungen darüber, was diese Rasse ausmacht, was es zu bewahren und zu erhalten gilt aus der Sicht der Züchter.

WindhundWelt: Von der Oelmühle ist nicht nur einer der bekanntesten Irish Wolfhound-Kennel in Deutschland, Ihre Hunde gehören auch international zu den Besten dieser Rasse - wie kamen Sie zu Ihren Hunden, was war für Sie der ausschlaggebende Punkt, gerade diese Rasse zu züchten?

Wie andere Windhundrassen haben auch Irish Wolfhounds eine fesselnde, Jahrhunderte währende Geschichte, die eng mit dem keltischen Raum verknüYpft war. Auch das Erscheinungsbild dieser Hunde, große, grauzottige Wesen, hat etwas Mystisches. Sie fallen irgendwie aus dem Rahmen der übrigen Hunderassen. Ihr milder, sanfter Ausdruck schwächt auch ihr wildes Aussehen ab, der sprichwörtliche, "weiche Kern in rauher Schale" läßt sich hier trefflich verwenden. Beeindruckt vom urigen Aussehen, dem seelenvollen Blick dieser riesigen Hunde, ihrer lautlosen Gelassenheit, mit der sie uns umringten, beschlossen Rösner und ich bei einem Besuch 1971 im Zwinger Eaglescrag, uns in eine Warteliste einzutragen. Damals wuchsen Irish Wolfhounds noch nicht "auf Bäumen". Damals gab es auf den Britischen Inseln nur eine Handvoll Züchter, die Interessenten recht kritisch beäugten. Bei unserem ersten Besuch auf der Cruft's Dog Show zählten wir gerade mal 37 Exemplare. Fast 2 Jahre warteten wir ungeduldig auf unsere Eaglescrag Corinna (Ch. Eaglescrag Finton x Ch. Clodagh of Boroughbury). Wir hatten die erste Wahl, sie war Einzelkind. Auf der folgenden Cruft's, auf der Suche nach einem Rüden, erwarben wir eine Halbschwester unserer "Cora", Qethiok Sceptre (Ch. Fintan X Ch. Aelius Elfreda, gen. Zulu. Mutter Elfreda war zweimal aufeinanderfolgend Sieger bei Cruft's. Aber einen Rüden gab es weit und breit nicht. Eigentlich hatten wir auch keine züchterischen Ambitionen und so verlegten wir uns auf's Ausstellen unserer Hündinnen, erst in Deutschland, danach auch auf der Irdie Clubshow in den Niederlanden. Cora war unter Konkurrenz von 7 Hündinnen in der offenen Klasse beste Hündin (Richter Herr v. d. Molen). In Deutschland hatten IW's großen Seltenheitswert mit einer Gesamtmeldezahl von höchstens 2 - 3 Hunden. Etwas unkritisch nahmen wir unsere Ausstellungserfolge als Legitimation für einen züchterischen Beginn. Mittlerweile hatten wir uns mit Susan Hudson, die einer alten IW-Züchterfamilie entstammte - Zwingername "Brabyns" - in Verbindung gesetzt. Sie vermittelte uns einen jungen Rüden aus ihrer Linie: "Wellandscroft Flynn" (Ch. Petasmearde Chieftain of Brabyns x Buckhurst Rosalind), einer Abstammung also, die nicht zu eng zu unseren Eagles-crags stand.

WindhundWelt: Was waren Ihre persönlichen Beweggründe - was hat Sie an den Hunden so begeistert, daß Sie diesen sicher nicht leichten Weg gegangen sind und sich so für die Rasse Irish Wolfhound eingesetzt haben?

Durch die Bekanntschaft mit den älteren, erfahrenen Züchtern, wie dem Ehepaar Jenkins, Miss Hudson und Misses Harrison und Atfield (Sanctuary), bekamen wir einen Einblick in die Eigenheiten der Rasse und damit wuchs die Faszination. Etwas später lernten wir auch Mr. Bill Jiggers - Onborough - kennen, der diesen bedeutenden Zwinger der 20er und 30er Jahre leitete. Langsam lichtete sich der Nebel und wir konnten einen praktischen, züchterischen Anfang wagen, nichtsahnend, daß man vielleicht erst nach 20 Jahren von einer eigenen Zuchtlinie ausgehen kann. Ohne die Vorarbeit der älteren Züchtergeneration ist selbst diese kurze Zeitspanne kaum ausreichend - daran denken Anfänger selten. Nun, unser guter Flynn verhalf uns zu einem Deckakt an seinem 1. Geburtstag. Damals konnten wir nicht wissen, daß er seinen letzten erfolgreichen Deckakt 10 Jahre später, am gleichen Tage haben würde. Dazwischen errang er zahlreiche Titel, Bundessieger, Weltsieger '75, Landessieger. Übrigens wurde seine erste Tochter gleichfalls Weltjugendsieger '75. Er hatte zahlreiche, erfolgreiche Nachkommen. Damals schien Größe das Hauptkriterium zu sein. Flynn war "nur" 84 cm groß, mit schönem Kopf, guter Front und sehr ausgewogenem Körperbau. Er hatte kräftige, muskulöse Oberschenkel, bei etwas steiler Stellung der Sprunggelenke. So ausgerüstet konnte er in freier Aktion Sprünge von unglaublicher Weite machen, wie ich sie so kraftvoll bei kaum einem anderen Rüden erlebt habe. Im Ring war sein Trab sehr raumgreifend mit dem kräftigen, weiten Schub aus der Hinterhand, wie er für die Rasse typisch sein sollte und doch so selten anzutreffen ist. Der Richter auf der Innsbrucker Weltausstellung, Herr Zuber, ein Windhundkenner, wie kaum einer (der leider über die Klippen der kynologischen Bürokratie zu Fall gebracht wurde), erkannte diese Qualität und stellte ihn vor größere Exemplare. Dieses tolle Gangwerk hatte er von seinem langlebigen Vater Chieftain, der es noch auf der Cruft's unter Ron Baird auf den 2. Platz mit 8 Jahren brachte. Flynn wurde 10 1/2 Jahre alt. Als wir diesen ersten Wurf planten, ahnten wir noch nichts von den Schwierigkeiten der Aufzucht, den Zeitaufwand Tag und Nacht, der richtigen Fütterung und Training, um bei den schnellwachsenden Jungtieren Mangelschäden und Aufzuchtfehler zu vermeiden. Ich glaube nicht, daß eine andere Rasse intensiver betreut werden muß. Man kann nicht daran denken, die 500 - 800 gr. schweren, aber nur winzigen Welpen den Müttern selbst zu überlassen. Die Verlustrate wäre zu hoch, darum wird rund um die Uhr betreut und zugefüttert. Anfangs wurde 3 x tägl. Buch beim Wiegen geführt, um die Entwicklung genau zu kontrollieren. Später kann man Mängel durch Augenschein schon erkennen. Flynn brachte sehr schöne Kinder, u. a. Ch. Elfreda von der Oelmühle (dürrlaubfarben), Ch. Gentle Gwendoly (dunkelgraugestromt), Ch. Beldale Belle von der Oelmühle die erste IW-Verbandssiegerin, die im Zwinger "Josten's" lebte. Wir hatten das große Glück, Eaglescrag Fingal zu erwerben, ein dunkelgrau gestromter, kräftiger Rüde mit starkem, unbeugsamem Wesen, der uns die herrliche Hinterhand vererbte und dieser Einfluß ist heute noch spürbar. Fingal war drei Jahre hintereinander Nr. 2 auf Weltsiegerausstellungen, nachdem die jeweilige Nr. 1 längst in die Versenkung abgetaucht waren, ein Zeichen seiner guten Form. Er wurde nur 12 Mal zur Zucht eingesetzt. Nach einer überlebten Magendrehung ging er leider beim zweiten Anfall ein. Er war eigentlich mein liebster Wolfhound, an den ich heute noch mit Rührung denken muß. Er war auch unser Leithund, der sehr auf Zucht und Ordnung im Rudel hielt.
Im Frühjahr überraschte mich mein Partner Rösner mit dem Erwerb von Connacht of Brabyns auf der Cruft's nachdem er dort zwei Klassen gewonnen hatte. Als er bewundernd vor diesem schönen Hund stand, sagte seine Besitzerin Susan Hudson, daß er ihn haben könnte. So kamen wir in den Besitz einer der schönsten und typischsten Vertreter der Rasse, der uns eine große Schar siegreicher Nachkommen bescherte. Connacht war unglaublich ausgewogen, mit eleganten, raumgreifenden Bewegungen, völlig trittsicher auf glattem Ausstellungsboden und mit charmantem Charakter. Er knurrte und maunzte ständig, wie seine Züchterin es nannte, "a great talker". Viele unserer bekannten Hunde gingen auf Connacht zurück wie Quite Good und folglich Zeno. Aber auch mit unseren Hündinnen hatten wir beim Erwerb viel Glück. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir eigene Wahl; die Welpen oder Junghunde wurden für uns vom Züchter ausgesucht - ein Beispiel für eine gesunde Vertrauensbasis! So kaufte ich bei Jenkins (Eaglescrag) for Burckhard Beine (Shamrock) und uns Junghündinnen Eagelscrag Barley und Shea, Kinder der berühmten Eaglescrag Toby x Ch. Eaglescrag Kelt, ein wahrer Glücksfall (eine dritte, Eaglescrag Kathleen ging zu den Deemers in die U.S.A.). Zu diesem Zweck fuhr ich mit einem VW-Polo nach Wales, um diese untrainierten Halbstarken, die ich immer tragen mußte, weil sie keinen Schritt an der Leine taten, abzuholen.
Beine benutzte häufig unsere Rüden, weil wir eine ähnliche Zuchtbasis hatten. Er war sehr erfolgreich, gab leider seinen Zwinger aus persönlichen Gründen auf. Wir übernahmen fast alle Hunde, einschließlich Deerhounds. Leider ist uns bei der Abgabe eines wertvollen Rüden ein Fehler unterlaufen, so daß wir sein Schicksal nicht mehr kontrollieren konnten. Seine Wurfschwester Sharwrock Erotic Eileen blieb in unserem Besitz und war eine erfolgreiche Ausstellungshündin und Vererberin.
Durch unsere Freundschaft mit Dagmar Kenfflis - Solstrand - eröffneten sich weitere Möglichkeiten. Wir nahmen Solstrand Pieter auf in unsere Palette der Zuchtrüden, der unsere Basis beträchtlich verbreiterte. Pieter wurde auch vom belgischen Zwinger "Of The Good Heath" verwendet.
Als wir eine unserer schönsten Hündinnen, Ch. Wistle von der Oelmühle, in den Zwinger Solstrand gaben, ergab sich eine weitere interessante Zuchtentwicklung. Gepaart mit Ch. Solstrand Kaspar (2 x Clubsieger Cruft's etc.) erhielten wir aus dem Wurf 3 Champions, Oelmühle Atlas, Oelmühle Anton und Oelmühle Alison. Atlas ging nach Schweden und beeinflusste die dortige Zucht maßgeblich. Amely blieb bei Dagmar und wurde Mutter des Maskottchens der Irish Guards, Solstrand Malacky. Anton und Alison blieben bei uns. Anton wurde u.a. auch in Belgien und Holland eingesetzt und war Vater von Ch. Nash of the Good Heath, später Sire des legendären Ch. Quincey of Kilmara der wohl zu den begehrtesten Deckrüden in der Zuchtgeschichte der Rasse zählt. Hieraus allein ist ersichtlich, wie intensive Zuchtarbeit der Vorgänger sich für Folgezüchter auszahlt! Im heutigen Zuchtbetrieb scheint jedoch diese Erkenntnis nicht zu gelten. Entweder wird zu eng oder zu weit gezüchtet. Im ersten Fall erledigt sich alles von selbst wegen mangelnder Lebensfähigkeit oder gehäufter Probleme. Dafür gibt es Beispiele. Im anderen Fall entstehen Zufallsprodukte, die manchmal an Häßlichkeit nicht zu überbieten sind. Ein Züchter braucht Informationen und dafür muß er alte Regeln befolgen und lernen, über den Tellerrand zu schauen. Von über ca. 60 deutschen "Züchtern" habe ich kaum einen bei wichtigen Veranstaltungen, wie der Club-show des britischen Irish Wolfhound Clubs oder der Society oder des I.W. Clubs of Ireland angetroffen. Aber nur hier kann man den Stand der Zucht ermessen und einen Vergleich ziehen. Auch vermisse ich, daß die Teilnehmer auf unseren Ausstellungen kritisch dem Ablauf des Richtens und die Bewertung bis zum Ehrenring verfolgen. Der Irish Wolfhound hat leider in Deutschland eine Popularität erlangt, die ihm ernstlich schadet. Zuchtziel sollte immer sein, einen nach dem Standard typischen Rassevertreter zu züchten. Dabei sollten sich Fehler in Grenzen halten. Man sieht schon an der geringen Zahl herausragender IW's, wie schwer dies zu erreichen ist.

WindhundWelt: Welches war Ihr schönster Hund - welchen würden Sie als "den besten" bezeichnen, der im Hause Von der Oelmühle gezüchtet worden ist und was waren seine herausragensten Eigenschaften gegenüber den anderen?

Es gibt eine Reihe Züchter, deren Hunde sehr erfolgreich ausgestellt werden. Sie sind eigene Zuchtprodukte und befinden sich ausschließlich im Eigenbesitz. Für einen erfolgreichen Züchter ist es aber wichtig, daß seine Welpen bei anderen Besitzern heranwachsen und sich auch im Ausstellungsring behaupten und plaziert werden. Wir selbst hatten unsere Zukäufe immer mit Erfolg gezeigt. Wistle war sehr schön,aber ihre Schwester Willow, die nach Italien ging, war ebenfalls eine edle Hündin. Die Wahl war so schwer, daß wir dem Käufer die Entscheidung überließen. Ch. Elfreda und Welt- und Europasieger Gentle Gwendolyn sowie Ch.Beldale Belle hatte ich schon erwähnt. Ch. Oelmühle Alison, Ch.Wistle's Tochter war herausragend und besaß einen klassisch schönen Kopf. Ch. Grey Gwendolyn und Ch. Golden Girl, im Besitz von Frau Handke, waren sehr ausgewogen und erfolgreich. Ch Good Gracious (Fam.Wiesel) gehört in diese Kategorie, ebenso Destine Delilah von Oesterheld's. Ch Irish Eyes in der seltenen Farbstellung schwarzgestromt (Fam. Hamberger) war eine auffallende Erscheinung. In letzter Zeit waren es Ch. Royal Show, zweimal Bundessieger, Europasieger und jedesmal in der Gruppe ausgezeichnet. Ch Gold Bunny war Bundessieger '98 und Gruppenbeste. Ch. Quickstep v.d. Oelmühle, Ch. Rose, Ch. Zelda, Ch. Zipporette, Ch. Natalie, Ch. Xandy, Am. Ch. Danielle, Am. Ch. Penelope, Am Ch. Palau, Ch. Dana, Ch. Royal Show, Ch. Gold Bunny.

Gute Rüden sind immer schwerer zu züchten. Hier meine Aufreihung unserer herausragender Rüden: Ch. Earl Grey von der Oelmühle, geb. 1977, Ch. Haughty Hudson, Ch. Jolly Joker 78 von Fingal Ch. Quax v. d. Oelmühle, Weltsieger 81, Ch. Rufus, Italien, Ch Ulfilas, Eric v. d. Oelmühle (erreichte das sagenhafte Alter von 13 Jahren), Quite Good, Bundessieger, stand im Besitz von Fam. Wiesel, Ch. Zero, Ch. Gentleman, Ch. Zeno, Ch. Zimba, Ch. Ronald, Ch. Sammy, Ch. Snapshot, Ch. Felix, Fin. Ch Zodwa und Brody, Am. Ch Dieter, Ch. Hunter + Harmann, Ch. Olov, Ch. Rambo, Wir finden, daß unsere Rüden aus den Z-Würfen züchterisch besonders erfolgreich und interessant waren. Wie Ch. Zero, Ch. Zeno, Ch. Zimba, Ch. Zebulon.

WindhundWelt: Wie oft stellen Sie Ihre Hunde aus?

Wolfhound people sind etwas ausstellungsfaule Vertreter, wie leicht aus den Meldezahlen ersichtlich ist und das bei dieser großen Population. Wir selbst versuchen, soviel wie aus Zeitgründen nur möglich, präsent zu sein, um am Wettbewerb teilzunehmen, besonders auf den großen Titelausstellungen. Nur wenn die Hunde bei mehreren Richtern gut bewertet werden und das möglichst auch über Jahre, kann auch der Rassewert gut eingeschützt werden. Wir treten oft mit wechselnder Besetzung auf, was nicht allen Züchtern gelingt. Oft zeigen wir auch die Nachzucht in unserem Besitz aus Zwingern, die unsere Rüden verwendeten und die genau so erfolgreich sind wie Oelmühle IW's. Irish Wolfhounds sind im allgemeinen keine guten Schauspieler und drücken im Ring aus, wie lästig ihnen die Präsenz fällt. So läßt die "Commanding Appearance", die der Standard verlangt, oft zu wünschen übrig. Bis ihm der Erfolg zu Kopf stieg, war unser Zeno ein begeisterter Aussteller, der mit seinem Charme die Richter überzeugte, auch Connacht war ähnlich wirkungsvoll. Im allgemeinen sind es die Hündinnen, die pflichtschuldig ihren Auftritt durchstehen und das nicht immer im nötigen Glanz.

WindhundWelt: Was raten Sie Anfängern im Umgang mit der Rasse Irish Wolfhound für die Haltung, Pflege, Ausstellung und eventuelle Zucht?

Der IW liebt es, mit seinem Menschen zu leben und umwirbt ihn, sowie bei jeder anderen Rasse. Ein Hund dieser Größe müßte schon gut erzogen sein, damit er nicht das andere Ende der Leine durch die Gegend schleift. Man muß konsequent das gute Gemüt der Rasse früh - vom Welpenstadium an - bei der Erziehung einsetzen um später einen gehorsamen Erwachsenen zu haben. Ich beobachte unerzogene Hunde bei Ausstellungen mit großem Mißfallen, denn die Besitzer lassen es beim Tadeln an nötigem Nachdruck fehlen, so daß es leicht als Ermunterung aufgefaßt wird. Wirklich bösartigeVertreter der Rasse gibt es glücklicherweise höchst selten. Übertriebenes Styling oder vernachlässigtes Haarkleid sollte vom Richter gerügt werden. Viele Hunde sehen aus, als wären sie frisch aus dem Stroh eingefangen worden. So ist ein Schönheitsbad und eine unrasierte Unterlinie vor einer Ausstellung unerlässlich, um seinen Liebling vorzuführen.

WindhundWelt: Wie beurteilen Sie den Stand der Rasse international, was erwarten Sie für die Zukunft und welche Fehler werden Ihres Erachtens zur Zeit im In- oder Ausland gemacht, bzw.was sollte man speziell für die Rasse Irish Wolfhound berücksichtigen?

Leider beurteile ich den Stand der Rasse im internationalen Vergleich sehr pessimistisch. Über sechzig im Verzeichnis aufgeführte Zwinger, wahrscheinlich ist es fast die doppelte Anzahl, experimentieren an der Rasse herum ohne nennenswerten Niederschlag. Jedenfalls kann ich keine Zuchterfolge erkennen. Erfolgreiche, kontinuierliche Irish Wolfhoundzucht, obwohl in geringerem Umfang betrieben als hier, ist aus den Niederlanden und aus Skandinavien zu vermelden. Wir haben gefunden, daß im internationalen Austausch am besten erfolgreiche Zucht betrieben werden kann, zum Wohle der Rasse. Kritische Auswahl der Paarung auf Typ und Abstammung gehört dazu, wie auch strengste Sichtung des eigenen Materials. Es wäre schade, wenn diese schöne Rasse in den falschen Händen vor die Hunde geht, wie unsere frühere, strenge Zuchtleiterin, Frau Christa Plum, immer befürchtete, als sie vor dem "Boom" warnte und jeden neuen Züchter streng unter die Lupe nahm. Gespür und Glück gehören zur Zucht. Wir wünschen der Rasse das Glück, das sie bitter nötig hat!

WindhundWelt: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


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