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Pharaonenhunde - Urform aller Windhunde


Mit dem werbewirksamen Namen Pharaoh Hound haben es die Engländer im Jahre 1977 geschafft, den Maltesischen Kelb tal Fenek (Hund der Kaninchen) "salonfähig" zu machen. Gleichzeitig mußte sich die Rasse Ibizan Hound, die bisher unter der Standard-Bezeichnung Pharaonenhund (Chien du Pharaoh) bei der FCI eingetragen war, in Deutschland mit dem Zungenbrecher Podenco Ibicenco zufrieden geben. Obwohl kynologisch die Urform aller Windhunde, durften beide Rassen zudem offiziell keine mehr sein. Zum einen ist die Jagd mit Windhunden seit 1892 in Europa verboten, zum anderen müßten Spanier und Italiener eine Luxussteuer für Windhunde entrichten, während Jagdhunde davon nicht betroffen sind. Was also tun, wenn man doch seit jeher daran gewöhnt ist, mit diesen Hunden ohne Gewehr zur Jagd zu gehen? Als Jagdhund sind beide Rassen mit ihrem ausgeprägten Hetztrieb und angeborenem Rudelverhalten im Rest von Europa ebenso undenkbar: Zu dichte Besiedlung, zu wenig Freiräume und mangelndes Unterwerfungsverhalten der Hunde, wenn Wild auf Sicht ist. Die FCI fand ihre Notlösung, indem sie beide Rassen kurzerhand in die Gruppe 5 - Spitze und Hunde vom Urtyp verbannte - mit der Betonung auf Urtyp.

Wenn man sich intensiv mit der Rasse auseinandersetzt und geschichtliche Fakten vergleicht, kommt man letztlich zu dem Schluß: Der eigentliche Pharaonenhund ist der Podenco Ibicenco. Viele Abbildungen aus dem Alten Ägypten belegen, daß der "Tesem" von Typ und Proportionen dem heutigen Ibizan Hound oder Podenco Ibicenco entspricht. Hier wurde in den Veröffentlichungen aus Großbritannien vieles "geschönt" und seither zum Wohle der Rasse Pharaoh Hound publiziert. Auch die Größe der Hunde im Vergleich zu den abgebildeten Antilopen, Löwen und Menschen setzt eine Schulterhöhe von ca. 70 cm und mehr voraus, die der Pharaoh Hound nach dem heutigen Standard nicht erfüllen kann und darf. Oft wird in diesem Zusammenhang auch auf den Schakal verwiesen, der jedoch erst recht nicht diese Maße und Größe hat - geschweige die Beinlänge. Sicher liegt die Ursache für diese Interpretationen in der Farbe schwarz, die weder beim Pharaoh Hound, noch beim Podenco Ibicenco vorkommt, weil sie genetisch nicht vorhanden ist. In der Ägyptologie ist die Farbe schwarz jedoch leicht zu erklären - als Farbe des heiligen Harzes und der Wiedergeburt hat sie eine Symbolik, die mit der Lebendform nicht in Zusammenhang gebracht werden kann und darf. Übrigens galt der Hundegott als eine Erscheinungsform des Königs und bedeutet der Name Anubis (Ägytisch Inpu) "Hündchen". Dieser Totengott der Ägypter wird ebenfalls oft mit schwarzer Maske dargestellt, jedoch waren die Grundformen des Gesichts im "tan" der Hunde und wurden erst später in die Ritualfarbe schwarz abgewandelt.

Auszug aus einem Artikel der Zeitschrift WindhundWelt,
der mit vielen Bildern und Beispielen in den Ausgaben 3'98 und 4'98 veröffentlicht wurde.


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